Thermografie

für die Bestandsprüfung

Die Bestandsprüfung dient der Feststellung des IST-Zustandes an bereits seit längerem bestehenden Gebäuden. Bei Thermografie Messungen dieser Art ist man häufig mit der Tatsache konfrontiert, dass Angaben über Bauteilaufbauten und Bauphysik fehlen.

Der Messtechniker ist daher gefordert, die aufgenommenen Wärmebilder richtig zu analysieren und muss in der Lage sein, bauliche „Normalitäten“ von tatsächlichen Mängeln zu unterscheiden.

Wenn Sie wissen möchten …

  • was die Ursachen für Behaglichkeitsprobleme sind
  • wo die größten Energieverluste auftreten
  • wo das größte thermische Einsparungspotential liegt
  • ob ein Gebäude energetisch dem aktuellen Stand der Technik entspricht
  • wo z.B. Heizungsleitungen verlaufen
  • ob die Heizkreise der Fußbodenheizung richtig abgeglichen sind
  • was die Ursache für durchfeuchtete Mauern ist
  • warum es zu Schimmelbildung kommt

kann mithilfe der Thermografie die richtige Antwort gefunden werden.

Einsatz der Thermografie bei Behaglichkeitsproblemen

Angenehme und behagliche Räume bestimmen wesentlich den Nutzen und den Komfort von Wohnungen oder Büros. Sowohl die Bau- und Anlagentechnik als auch das Verhalten der Nutzer sind für die thermische Behaglichkeit im Raum entscheidend.

Folgende Einflüsse wirken sich unmittelbar auf das Empfinden aus:

  • Kälte- und/oder Wärmestrahlung von Außenbauteilen
  • Fallströmungen im Bereich von Außenbauteilen
  • Wärmeabgabe von inneren Heizflächen in Form von Konvektion und Strahlung
  • einströmende kalte Außenluft als Folge von notwendigem Luftwechsel
  • gegenüber der Raumluft kältere oder wärmere Zuluft aus Lüftungsanlagen

Einzelne Wärmebrücken oder punktuelle Fehlstellen können sehr wohl die Ursache für Schimmelbildung sein, kaum aber die eben angesprochenen Behaglichkeitskriterien auslösen.

Die Strahlung von Außenbauteilen wird durch Einsatz der Thermografie (Messung nur von Innen möglich) nachgewiesen.

Beispiel aus der Praxis:

Behaglichkeitsproblem: Überwärmung eines Büros in den Sommermonaten

Problemstellung des Kunden:
Im Sommer ist es unmöglich, das Büro auf ein angenehmes Klima zu temperieren obwohl die Räumlichkeiten mechanisch konditioniert werden, und sowohl das Gebäude als auch die raumlufttechnischen Anlagen dem neuester Stand der Technik entsprechen.

Ergebnis der thermografischen Analyse:

Wie in diesem Bild ersichtlich, ist die südseitig ausgerichtete Hauswand bereits um 9:00 Uhr am Morgen sehr stark erwärmt. Die auf über 30 Grad C erwärmte Wand-Innenseite gibt einen Großteil der gespeicherten Wärmeenergie ins Rauminnere ab.

Das Thermogramm zeigt den Fussbodenausschnitt, der durch die eintreffende Sonnenstrahlung ebenfalls bereits auf über 30 Grad C erwärmt ist.

Weiters wirken Computer, Drucker und Beleuchtungseinrichtungen als „Heizkörper“ die die Raumkühlung zusätzlich erschweren.

Lösung:
Eine Erhöhung der Kühlleistung kommt nicht in Frage, weil das einerseits höheren Energieeinsatz bedeuten würde, und andererseits Zuglufterscheinungen zu unbehaglichem Empfinden führen würden.

Die sinnvollste Lösung des Problems besteht darin, die aussenseitige Sonnenschutzeinrichtung bereits in der Früh, vor dem direkten Auftreffen der Sonnenstrahlung zu aktivieren, den übermäßigen Wärmeeintrag ins Rauminneren zu vermeiden.

Weitere Einsatzgebiete der Thermografie können sein:

  • Beurteilung undichter oder schlecht eingestellte Fenster und Türen
  • Grundlagen für thermische Sanierungen
  • Überprüfung bei Kauf eines neuen Gebäudes
  • Kontrolle von Fußbodenheizungen
  • Kontrolle von Kühldecken
  • Feststellung von Belegungsflächen von Fußbodenheizungen und Kühlflächen
  • Verdacht auf Baumängel
  • Schimmelbildung
  • Kondeswasserbildung
  • usw.
Menü