Die Bestandsprüfung dient der Feststellung des IST-Zustandes an bereits seit längerem bestehenden Gebäuden. Bei Thermografie Messungen dieser Art ist man häufig mit der Tatsache konfrontiert, dass Angaben über Bauteilaufbauten und Bauphysik fehlen.
Der Messtechniker ist daher gefordert, die aufgenommenen Wärmebilder richtig zu analysieren und muss in der Lage sein, bauliche "Normalitäten" von tatsächlichen Mängeln zu unterscheiden.
![]() |
Wann ist die Durchführung einer thermografischen Bestandsprüfung sinnvoll? Wenn Sie wissen möchten ...
|
Einsatzmöglichkeiten und Grenzen der Thermografie Messung seien Anhand der nachfolgenden Praxisbeispiele erläutert:
Einzelne Wärmebrücken oder punktuelle Fehlstellen können sehr wohl die Ursache für Schimmelbildung sein, kaum aber die eben angesprochenen Behaglichkeitskriterien auslösen.
Die Strahlung von Außenbauteilen wird durch Einsatz der Thermografie (Messung nur von Innen möglich) nachgewiesen. Nachfolgend ein Beispiel aus der Praxis:

Problemstellung des Kunden:
Im Sommer ist es unmöglich, das Büro auf ein angenehmes Klima zu temperieren obwohl die Räumlichkeiten mechanisch konditioniert werden, und sowohl das Gebäude als auch die raumlufttechnischen Anlagen dem neuester Stand der Technik entsprechen.
Ergebnis der thermografischen Analyse:
Wie im linken Thermogramm ersichtlich, ist die südseitig ausgerichtete Hauswand bereits um 9:00 Uhr am Morgen sehr stark erwärmt. Die auf über 30 Grad C erwärmte Wand-Innenseite gibt einen Großteil der gespeicherten Wärmeenergie ins Rauminnere ab.
Das rechte Thermogramm zeigt den Fussbodenausschnitt, der durch die eintreffende Sonnenstrahlung ebenfalls bereits auf über 30 Grad C aufgewärmt worden ist.
Weiters wirken Computer, Drucker und Beleuchtungseinrichtungen als "Heizkörper" die die Raumkühlung zusätzlich erschweren.
Lösung:
Eine Erhöhung der Kühlleistung kommt nicht in Frage, weil das einerseits höheren Energieeinsatz bedeuten würde, und andererseits Zuglufterscheinungen zu unbehaglichem Empfinden führen würden.
Die sinnvollste Lösung
des Problems besteht darin, die aussenseitige Sonnenschutzeinrichtung bereits in der Früh, vor dem direkten Auftreffen der Sonnenstrahlung zu aktivieren, den übermäßigen Wärmeeintrag ins Rauminneren zu vermeiden.